(Der folgende Text ist recht spontan geschrieben worden, er reflektiert meine Gedanken, ist ein Angebot zum Gespräch. Ich will niemandem zu nahe treten, ich möchte nicht das Verhalten einzelner kritisieren, ich möchte einfach nur über den Status Quo und die Zukunft der GRÜNEN JUGEND diskutieren)
Morgen beginnt mal wieder ein Bundeskongress der GRÜNEN JUGEND, es wird fleißig über Antrage diskutiert, Änderungsanträge werden geschrieben, schön. Dafür lohnt es sich, Politik zu machen.
Doch es gibt eine Sache, die mich stört. Und zwar, wenn nicht natürliche Personen als Antragsteller*innen auftreten. Das macht (nicht nur) der Bundesvorstand, auch die GJ Niedersachsen und diverse Ortsgruppen zum Beispiel. Ich kann mich auch dunkel erinnern, dass es diese Debatte schon mal gab, ich weiß aber nicht, was da beschlossen wurde.
Ich finde das nicht gut. Jedes Mitglied hat das Recht Anträge zu stellen, das ist gut und richtig, und selbstverständlich gilt dies auch für Mitglieder die Ämter innehaben, das stellt vermutlich niemand in Frage. Doch ich frage mich, warum die Buvo Mitglieder die Anträge nicht in Ihrem Namen stellen, wie dies ja zum Teil auch der Fall ist. Warum muss als Antragsteller*in der „Bundesvorstand“ auftauchen?
Was mich daran so fundamental stört, ist, dass ich die Rolle des Bundesvorstandes nicht darin sehe, maßgeblich die politische Linie des Verbandes (mit)zu bestimmen. Ich sehe den Vorstand in seiner Rolle als Kommunikationsgremium. Nach innen zu den Mitgliedern, nach außen zur Presse, zu anderen politischen Organisationen und NGOs und zur „Mutterpartei“.
Ich möchte, dass die inhaltlichen Positionen der GRÜNEN JUGEND „von unten“ heraus kommen. Ich hab überhaupt nichts dagegen, wenn einzelne Buvo Mitglieder an Anträgen mitarbeiten, oder gemeinsam welche stellen. Aber ich habe was dagegen, nicht natürliche Personen als Antragsteller*in zuzulassen, und ich habe insbesondere was dagegen, wenn der Bundesvorstand seine verbandsinterne Prominenz auf diese Art und weise nutzt.
Und bevor jetzt „das war schon immer so“ Argument kommt, möchte ich daran erinnern, dass wir das sonst auch nie gelten lassen. Zurecht. Und wo wir grad eh im Strukturprozess sind und den ganzen Verband auf den Kopf stellen, sollten wir auch mal über die Rolle des Bundesvorstandes nachdenken.